Wendet sich Irland dem Okkulten zu? Wer um diese Jahreszeit durch das Land reist und sich plötzlich dem schaurigen Bild eines „Púca“ auf der Seite eines Busses gegenübersieht, könnte das meinen. Dahinter steckt das „Púca Festival“, Irlands jüngster Versuch, sein kulturelles Erbe zum Schleuderpreis zu vermarkten – mit einem Paradebeispiel folkloristischer Irland-Klischees, gegen das selbst der „Paddy’s Day“ verblasst.

Irland wird darin als Geburtsort von Samhain angepriesen, der „uralten irischen Halloween-Tradition“, und das Werbematerial belehrt uns, der Púca sei eine „gestaltwandelnde Figur der irischen Folklore“. Die jenseitige Gestalt ziehe mit ihrer munteren Schar von Unruhestiftern in jener Nacht umher, in der „der Schleier zwischen der Welt der Lebenden und der Toten dünn wird“.